Bibliotheksmenschen vorstellen - Dorothee Windlin

Im Jubiläumsjahr stellen wir einige «Bibliotheksmenschen» vor, die wir nach verschiedenen Kriterien ausgewählt haben. Nach Felix Hüppi wird Dorothee Windlin, Leiterin der Stadtbibliothek Olten, befragt. Kriterium zur Auswahl: Dorothee Windlin hat im August 2019 die Leitung der Stadtbibliothek Olten übernommen. Die Bibliothek steht vor grossen Veränderungen – sowohl kurz- wie langfristig!

Die erste Frage geht jeweils auf das Auswahlkriterium ein – die weiteren Fragen sind in einem ähnlichen Rahmen für alle Interviewpartner dieselben.

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Ich stelle mir vor, dass in einigen Jahren die Bibliothek ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt sein wird. Es wird gelesen, diskutiert, gelernt, ausgetauscht, gespielt, experimentiert, gearbeitet… kurz, die Bibliothek lebt und ist aus dem Stadtbild von Olten nicht wegzudenken.

Welche Wünsche/Träume haben Sie für die anstehenden Veränderungen Ihrer Bibliothek? Wie soll sie sich in 1 bis 2 Jahren verändern? Wie in 5 Jahren? Und wie soll sie sich in 10 Jahren präsentieren?

In der Stadtbibliothek Olten stehen einige Projekte an: so werden wir diesen Sommer RFID und damit einhergehend Selbstverbuch-Stationen einführen. Daneben möchten wir auch die Aufenthaltsqualität in der Bibliothek steigern, indem wir bequemere Sitzmöglichkeiten anbieten und den Eingangsbereich offener und einladender gestalten. Der Balanceakt wird sein, unsere treue Kundschaft, welche die jetzigen Gegebenheiten schätzt, nicht vor den Kopf zu stossen und gleichzeitig das verstaubte Bibliotheksimage loszuwerden. Es ist mir bewusst, dass es nicht reichen wird, bequeme Sessel hinzustellen. Deshalb müssen wir den eingeschlagenen Weg in den nächsten Jahren aktiv weiterverfolgen und die Bibliothek beleben. Zu diesem Zweck wird in Olten auch ein Standortwechsel in eine grössere Liegenschaft und eine Zusammenführung mit der Jugendbibliothek geprüft. Ich stelle mir vor, dass in einigen Jahren die Bibliothek ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt sein wird. Es wird gelesen, diskutiert, gelernt, ausgetauscht, gespielt, experimentiert, gearbeitet… kurz, die Bibliothek lebt und ist aus dem Stadtbild von Olten nicht wegzudenken.


Was macht Ihre Arbeit so interessant für Sie?

Als Leiterin einer kleinen Bibliothek arbeite ich nicht zurückgezogen im stillen Kämmerlein. Ich mache Thekendienst, betreue meine Fachgebiete, katalogisiere. Gleichzeitig bin ich aber auch auf der strategischen Ebene tätig; es liegt an mir, meine Vorstellungen einer modernen Bibliothek zu formulieren und umzusetzen.


Worin besteht Ihre grösste Herausforderung?

Die Stadtbibliothek Olten hat – verglichen mit Bibliotheken ähnlicher Grösse und Aufgaben - sehr wenig Personalressourcen. Veränderungen anzustossen und durchzuführen wird uns sehr fordern. Wir werden von verschiedenen Stellen unterstützt, aber den Überblick zu bewahren und die Arbeiten auch zeitlich zu koordinieren, wird an uns liegen.


Welche Ihrer Fähigkeiten hilft Ihnen am meisten?

Ich bin eine zuversichtliche Person und auch ausdauernd. Es ist mir bewusst, dass es ein grosses Privileg ist, schon in meinem ersten Jahr einige Neuerungen mit nicht unerheblichen Kosten realisieren zu können. Ich bin optimistisch, dass dies erst der Anfang ist und es möglich sein wird, zusammen mit den Mitarbeitenden der Stadtbibliothek und den Nutzerinnen und Nutzern weitere Änderungen anzustossen und umzusetzen.


Was bewegen Sie heute für Themen, was treibt Sie an?

Die Gesellschaft ist im Wandel und es gibt viele Themen, welche sich in den Bibliotheksalltag übertragen lassen: die Klimabewegung und damit einhergehend der Trend zum Sharen, Integrationsförderung, Treffpunkte für verschiedenste Generationen, Unterstützung, um die digitale Kluft zu verringern… Dies und vieles mehr sind Bereiche, in denen sich viele Bibliotheken bereits stark engagieren können. Wichtig scheint mir, nicht von der Grösse und der Vielfalt der Aufgaben zurück zu schrecken, sondern aktiv zu werden und sich immer wieder neu zu orientieren.


Was haben Sie als Nächstes geplant?

Sobald die unmittelbar bevorstehenden Arbeiten (Einführung RFID, Auffrischung) abgeschlossen sind, wird es darum gehen, die Öffnungszeiten zu überdenken. Wenn wir ein jüngeres, im Studium und im Berufsleben stehendes Publikum anziehen möchten, wird dies unerlässlich sein. Mit grossem Interesse schaue ich auch nach Chur, Uster, Zürich und andere Orte, bei denen Open Library eingeführt respektive getestet wird.

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