Niemand und nichts ist komplett. Aber die Genfer Universitätsbibliothek Ernst et Lucie Schmidheiny kommt nahe daran.
Schlechte Lichtverhältnis, Raummangel, unzufriedene Studenten – für die Genfer Universitätsbibliothek "Sciences II" war eine Neugestaltung bzw. sanfte Renovation mehr als überfällig. Wichtig: Die Struktur und der Stil des Gebäudes durften nicht verändert werden. Einerseits aus Respekt zum Bauwerk aus den 60er-Jahren, andererseits weil es die neuen Geldgeber (Stiftung "Ernst et Lucie Schmidheiny"), die die Erneuerung zum grössten Teil finanzierten, so wünschten. Die SBD-Planer und die Architektin konzentrierten sich demnach darauf, die Uni-Bibliothek zu einer Oase der Vielschichtigkeit auszubauen. Dabei haben sie an alles gedacht: Zum Beispiel an die Installation von grosszügigen, individuellen Arbeitsplätzen, an einen Schulungsraum mit PCs, Ruhezonen, Gruppenarbeitsräume und natürlich auch Büros für das Bibliothekspersonal. Blickfang ist das vom Genfer Grafikdesigner Roger Pfund entwickelte Leitsystem, das die Besucher mittels eines buchstäblich roten Fadens durch die Gänge und Räume führt. Der Weg zum neuen Glück, sozusagen.
Innenarchitektin: Françoise Chevalier, Thun
Leitsystem: Roger Pfund, Genf
Regalsystem R.1 von ekz, Farbe graualuminium RAL 9007 – Stirnseiten in Microlochblech, Abdeckungen der Regale in pulverbeschichteten, gleichfarbigen MDF-Platten
Fläche inklusive Büros: 750 m2
Kapazität: ca. 1800 Laufmeter Tablare oder 54'000 Bände, wovon die Hälfte je in freistehenden Regalen und in Kompaktanlagen – frei zugänglich für die Studenten 190 Zeitschriften in Klappfächern 75 komfortable Arbeitsplätze, 5 Gruppenarbeitsräume 20 PC-Arbeitsplätze inkl. Schulungsraum